Kompostierung: Der beste Humus kommt … aus deiner Toilette

Aus einer Trenntoilette können wir den flüssigen Anteil sofort verdünnt im Garten als Dünger verwenden. Aber wie gehen wir mit den Feststoffen um? Dabei ist Achtsamkeit gefragt: Während Urin keimfrei ist, befinden sind in den Exkrementen Bakterien, die für den menschlichen Körper schädlich sein können. Hier ist also eine achtsame und vor allem hygienische Behandlung besonders wichtig. Der Kompostbehälter der meisten Bio-Toiletten für den Innenraum umfasst ca. 10 bis 30 Liter. Praktisch, denn selbst wenn der Eimer voll ist, kann man ihn noch gut tragen. Die 10-30 Liter sind aber zu klein für einen echten Kompostierungsprozess. In der Toilette passiert also nur eine Vorkompostierung. Größere Trenntoiletten für den Garten haben oft einen Behälter mit über 100 Litern Fassungsvermögen, sodass auch in der Toilette schon eine Kompostierung stattfindet. Die 30-Liter-Eimer reichen etwa für zwei Personen für einen Monat Vollzeit-Gebrauch. Danach kommt der Inhalt auf einen eigenen Komposthaufen, der als Fäkalien-Kompost angelegt ist. Hier findest du eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Benutzung deiner Trenntoilette:

Der Toilettengang

  1. Vor dem ersten Toilettengang den Sammelbehälter mit 5 bis 15 cm Einstreu füllen.
  2. Nach jedem Toilettengang Einstreu zum Abdecken verwenden.
  3. Das Toilettenpapier in den Sammelbehälter werfen oder in einem separaten
    Mülleimer sammeln.
  4. Toilettendeckel schließen, Hände waschen.

Vorbereitung für die Kompostierung

Es gibt unterschiedliche Empfehlungen zur Kompostierung von Fäkalabfällen. Eine Variante, die sich gut bewährt hat, arbeitet mit 3 Boxen mit je 1–2 m3 (ca. 1.000 – 2.000 Liter) Fassungsvermögen:


3 Kompostkammern


Die Boxen sollten einen dichten Deckel und möglichst geschlossene Wände haben, um sie vor Regen, Austrocknung und Tieren zu schützen. Der Aufstellungsort sollte halbschattig, gut zugänglich und nicht von Überschwemmung bedroht sein.

Leeren des Bio-Toiletten-Sammelbehälters

Wenn der Behälter deiner Bio-Toilette voll ist, geht’s an die Entleerung:

  1. Zieh dir Handschuhe an (zur Sicherheit).
  2. Verschließe den Sammelbehälter mit dem luftdichten Deckel für den Transport.
  3. Leere ihn in die entsprechende Box (Befüllungsbox).
  4. Reinige den Sammelbehälter mit Wasser und leere dieses in die Befüllungsbox.
  5. Wenn du möchtest, kannst du den Sammelbehälter noch biologisch desinfizieren,
    zum Beispiel mit Essigessenz oder ätherischen Ölen.

Die Kompostierung (Reifung)

  1. Nachdem du den Sammelbehälter deiner Toilette in die Befüllungsbox geleert hast, arbeitest du mit einem eigens dafür abgestellten Werkzeug das Material oberflächlich (ca. 20 cm) in das bestehende Material ein, damit es sich gut durchmischt.
  2. Danach kommt eine Schicht Einstreu darüber.
  3. Wenn der Befüllbehälter voll ist, kommt er in die Reifungsbox. Auch hier solltest du noch einmal alles kräftig durchmischen, dadurch entsteht eine gute Durchlüftung des Materials. Hier sollte das Material nun ca. 1,5 Jahre lagern.
  4. Am Ende der Reifungszeit machst du den Fausttest: Nimm eine Hand voll des kompostierten Materials und drücke es zusammen (verwende dazu gerne Handschuhe, aber keine Sorge, das Material ist jetzt nicht mehr so, wie du denkst). Hast du bröckelige Krumen in der Hand, ist der Kompost zu trocken, du solltest ihn gießen. Ist das Material leicht feucht, wie ein ausgedrückter Schwamm, passt die Konsistenz genau. Tropft allerdings Wasser aus der Hand, ist der Kompost zu feucht, dann solltest du nochmal etwas Einstreu hinzufügen, noch ein bisschen durchmischen und warten.

Wenn alles gut läuft, erhältst du am Ende den wohl größten Schatz: dunkelschwarze, fruchtbare Erde, angereichert mit vielen Nährstoffen und voller Leben. Die beste Grundlage für deinen Garten!

Hygiene-Tipps

  • Handschuhe verwenden
  • Hände waschen
  • Alle Werkzeuge und Behälter nur für diesen Anwendungszweck verwenden und nach der
    Verwendung säubern

Bodenverbundener Kompost – ja oder nein?

Grundsätzlich ist ein bodenverbundener Komposthaufen sinnvoll, denn dadurch hat der Komposthaufen eine Verbindung zum Boden, den Mikroorganismen und dem Leben dort. Es gibt allerdings von Region zu Region unterschiedliche behördliche Bestimmungen, die es zu beachten gilt. Jeder Kompost kann eine gewisse Menge an Sickerwasser produzieren, das vom Kompostmaterial nicht aufgesaugt wird. Um zu verhindern, dass dieses ins Grundwasser gelangt, kann der Kompost nach unten auch wasserdicht ausgeführt werden, verliert dadurch aber die Verbindung zum Boden und seinen Lebewesen. Kleine Mengen von Sickerwässern verträgt die Umwelt ohne Gefahr. In einer Zone mit speziellen Auflagen (z.B. Quellenschutzgebiet) ist jedoch manchmal ein wasserundurchlässiger Boden notwendig. Um hier richtig zu handeln, erkundige dich einfach bei den lokalen Behörden über die Bestimmungen in deiner Region.
Kompostier-Anleitung herunterladen (pdf)


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Das Wohnwagon-Team

von Wohnwagon - berichtet über ihre Erfahrungen und plaudert aus dem Nähkästchen drauf los.

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